Slow Thought

Langsames Denken gilt in unserer auf Effizienz und Optimierung getrimmten Arbeitswelt nicht als erstrebenswert. Worin liegt denn der Nutzen des langsamen Denkens?

Vincenzo Di Nicola ist Professor der Psychiatrie an der Universität von Montreal. Mit seinem auf Aeon publizierten Manifest setzt er sich für das langsame Denken ein. Denn dieses hat das Potential, uns zu neuen Sichtweisen und Lösungsansätzen zu führen, zu denen wir durch das schnelle und zielorientierte Denken nicht gelangen.

Di Nicola versteht das langsame Denken als Teil einer grossen Langsamkeitsbewegung, zu der auch die Slow-Food– oder die Città-Slow-Bewegungen gehören. Der Norwegische Philosoph Guttorm Fløistad erklärt unser Verlangen nach Langsamkeit mit dem stetigen und immer schnelleren Wechsel in vielen unserer Lebensbereiche. Die Schnelligkeit steht im Widerspruch zu unseren immer gleichbleibenden Grundbedürfnissen wie Nähe, Vertrauen, Zuwendung und Liebe. Denn dazu braucht es Zeit. So sieht Fløistad in der Langsamkeit eine wichtige Komponente unseres Wesens und eine Voraussetzung, um in unserem sich schnell ändernden Umfeld zu bestehen.

Di Nicola nimmt in seinem Manifest Bezug auf Philosophen aller Epochen – von Sokrates bis Jacques Derrida – und definiert, was langsames Denken heisst: Langsames Denken geschieht im Flanieren, im persönlichen Treffen und im Gespräch. Es braucht Raum und Zeit, ist nicht linear und geschieht nur zum Selbstzweck. Das langsame Denken ist lückenhaft und lässt immer noch Raum zum Weiterdenken. Es ist spielerisch und folgt keiner Methode. Langsames Denken ist Warten, Abwägen und Reflektieren.

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